Österreichische Erfolge bei der Freeride World Tour in Fieberbrunn

Der Wildseeloder war einmal mehr ein guter Boden für die Österreichischen Freeride-Asse: Lorraine Huber verteidigte ihren Titel, Eva Walkner komplettierte vor den Augen ihres Bruders, Rallye Dakar-Gesamtsieger Matthias, den österreichischen Doppelsieg bei den Ski Damen. Der Vorarlberger Gigi Rüf sicherte sich bei seiner Fieberbrunn-Premiere den Sieg bei den Snowboard Herren.

Top-Schneebedingungen aber schwierige Sichtverhältnisse - der Wildseeloder machte es den Topridern der Freeride World Tour bei der achten Auflage des Tourstopps in Fieberbrunn nicht einfach. Nur drei Tage nach dem dritten Saisonbewerb in Andorra führte die FWT in Fieberbrunn den vorletzten Wettbewerb der Saison 2018 durch. Am Nordhang des Wildseeloders ging es für die weiblichen und männlichen Skifahrer und Snowboarder um die Qualifikation für das große Finale beim Extreme Verbier und den Startplatz bei der FWT 2019. 

Snowboard Damen
Der Sieg bei den Snowboarderinnen ging an Titelverteidigerin Marion Haerty (FRA), die für ihren technischen Run 68,67 Punkte erhielt. Manuela Mandl (AUT) holte sich in Fieberbrunn Platz zwei und ist nun die Favoritin auf den Gesamtsieg. Die Wienerin zeigte einen schnellen, flüssigen Lauf mit zwei Airs und sammelte damit 67 Punkte: „Ich bin überglücklich, jetzt gehe ich als Führende nach Verbier“, freute sich Mandl. Dritte wurde Anna Orlova aus Russland.

Ski Damen
Titelverteidigerin und Fieberbrunn-Vorjahressiegerin Lorraine Huber aus Lech am Arlberg (AUT), die bisher enttäuschend in die Saison gestartet war, meldete sich in Fieberbrunn eindrucksvoll zurück und katapultierte sich mit einem Double Cliffdrop, einem gewaltigen Sprung von einem hohen Felsen und zwei weiteren Airs nicht nur an die Spitze der Fieberbrunn-Wertung, sondern auch direkt ins große Finale nach Verbier: „Ich freue mich total, dass ich nach Verbier fahren darf. Der Sieg bedeutet mir umso mehr, nachdem ich so einen durchwachsenen Start in die Saison hatte”, so Huber. Die Weltmeisterin von 2015 und 2016, Eva Walkner aus Kuchl (AUT), begann mit einer ähnlichen Linie wie Huber und beeindruckte im unteren Hangbereich mit einem weiteren hohen Air. Für ihre flüssige Fahrt erhielt sie 84,67 Punkte und wurde Zweite vor Rachel Croft (USA), die 74,67 Punkte einstrich.
 
Snowboard Herren
Gigi Rüf (AUT), zuletzt schon Dritter in Andorra, teilte seinen Lauf in einen Bigmountain- und einen Freestyle-Part auf: Der Vorarlberger begann mit zwei Sprüngen im oberen Steilhang und legte mit zwei 360s im unteren Teil nach. 78,33 Punkte bescherten ihm den Sieg: "Es war ein super Contest hier in Fieberbrunn, ein schöner Berg, super Bedingungen. Es war für mich ein Traum, vorne dabei zu sein, und jetzt ist er wahr geworden. Es lief echt gut!" Platz zwei mit 77 Punkten ging bei seiner FWT-Premiere an Elias Elhardt (GER), der eine kreative und ebenso technische wie verspielte Linie mit zahlreichen Sprüngen auf der selten befahrenen linken Seite des Hangs wählte. Thomas Feurstein aus Schruns (AUT) holte mit einer Serie von 360s Platz drei mit 75,67 Punkten. Damit behauptet Thomas Feurstein seine Führung in der Gesamtwertung und fährt mit 6380 Punkten nach Verbier: „Es ist auf jeden Fall eine Gaudi, dass ich es wieder auf das Podest geschafft habe. Bei vier Contests stand ich jetzt viermal auf dem Podest, das ist schon etwas Besonderes. Es ist ein gutes Gefühl, vor Verbier der Leader zu sein!“
 
Ski Herren
Der Sieg bei den Skifahrern ging an Mickael Bimboes (FRA), der eine einzigartige Linie wählte und an der Rinne im unteren Hangbereich einen Sprung stand, den noch kein anderer Fahrer bei einem Freeride-Contest am Wildseeloder gezeigt hatte. Platz zwei ging an Andorra-Sieger Kristofer Turdell (SWE), der 85,33 Punkte erhielt. Dritter wurde George Rodney (USA) mit 78,63 Punkten.
 
Stefan Häusl aus Strengen (AUT) fuhr seinen letzten Wettkampf in seinem unnachahmlichen Style und glänzte mit einem technisch höchst schwierigen Sprung aus einer Rinne heraus. Einen Air im unteren Bereich konnte er allerdings nicht ganz sauber landen. Mit 64,67 Punkten wurde er Elfter: „In Fieberbrunn hat für mich alle begonnen, hier habe ich den ersten österreichischen Freeride-Contest und meinen ersten FWT-Contest gewonnen. Es ist für mich wunderschön, meine Contestkarriere nach neun Jahren auf der Tour hier abzuschließen“, verabschiedete sich Stefan Häusl von der FWT. „Jetzt konzentriere ich mich auf das Training meines Nachwuchsteams beim Skiclub Arlberg und auf Filmprojekte.“

Kristofer Turdell steht mit 6680 Punkten bereits als Weltmeister fest. Zweiter der Gesamtwertung ist Markus Eder (ITA) mit 5340 Punkten vor Loic Collomb-Patton (FRA), der 60 Punkten weniger aufweist. 
 
(c) smpr.at

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